Was bedeutet…?

Anonymisierung

Anonymisierung ist eine Maßnahme des Datenschutzes. Gemäß §3 BDSG werden personenbezogene Daten in der Art verändert, dass eine Zuordnung der Daten zu einer bestimmten natürlichen Person nicht mehr oder nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand möglich ist.

Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)

Aufgrund des demographisch-epidemiologischen Wandels gibt es immer mehr chronisch kranke sowie ältere und multimorbide Patientinnen und Patienten. Arzneimittel haben daher eine zunehmend hohe Bedeutung in der Behandlung diverser Krankheiten und Verletzungen.Die Arzneimitteltherapiesicherheit setzt hier an und umfasst alle Maßnahmen, um einen optimalen Medikationsprozesses zu gewährleisten. Ziel ist es, Medikationsfehler und damit vermeidbare Risiken für Betroffene bei der Arzneimitteltherapie zu verringern sowie die aktuelle Medikation mit teils sehr unterschiedlichen Wirkstoffen (Polypharmazie) strukturiert zu dokumentieren und analysieren. Im August 2016 wurde der neue Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit 2016–2019 (Aktionsplan AMTS) durch das Bundeskabinett beraten und anschließend veröffentlicht.

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit beschreibt gemäß §4 BGG eine Nutzung „in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe”. Barrierefreiheit bezeichnet einerseits eine bauliche Umgebung ohne hinderliche Übergänge, damit sich etwa Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern mühelos fortbewegen können. Barrierefreiheit kommt aber ebenso bei Webapplikationen und Apps vor, damit Apps „von allen Menschen möglichst weitgehend ohne eine Anpassung oder ein spezielles Design genutzt werden können” (UN-BRK, Artikel 2). Die barrierefreie Gestaltung von Apps und Internetseiten ermöglicht es also, dass auch Menschen mit funktionalen Einschränkungen einen gleichberechtigten Zugang zu diesen Anwendungen haben. Hierzu müssen Kriterien zur universellen Gestaltung der Applikation, etwa die zur Schriftgröße oder zur Vorhaltung von Vorlesefunktionen, bei der Entwicklung eingehalten werden. Für weitere Informationen siehe bspw. t3n. 

Consumer Health Informatics

Consumer Health Informatics ist ein Teilgebiet der Medizinischen Informatik. Der Bereich beschäftigt sich mit der Analyse und Auswertung von kundenzentrieten Webseiten und Apps.Aufgrund der zunehmenden Verfügbarkeit von Smartphones und Gesundheitsinformationen im Internet rücken die Anwendergruppen bzw. medizinische Laien stärker in den Vordergrund des Versorgungsprozesses. Der interdisziplinäre Forschungsbereich Consumer Health Informatics möchte daher bei der Entwicklung und Anwendung von medizinischer Software stärker die Anwendergruppen einbeziehen und entscheidungsrelevantes Wissen zielgruppengerecht vermitteln

Datenschutz

Der Datenschutz ist ein Teilbereich von Informationssicherheit und fokussiert darauf, durch technische und organisatorische Mechanismen personenbezogene und -beziehbare Daten vor Missbrauch durch Unbefugte zu schützen und dadurch das informationelle Selbstbestimmungsrecht Einzelner zu bewahren. Durch datenschutzrechtliche Maßnahmen soll in einer zunehmend digitalisierten Welt die Privatsphäre des Individuums geschützt werden. Es existieren auf Bundes- und Länderebene verschiedene Gesetze und daraus abgeleitete Rechtsnormen, die die Voraussetzungen und Ausgestaltung näher definieren.
Datenschutz ist nicht mit dem Begriff der Datensicherheit zu verwechseln, Datensicherheit bezieht sich nämlich auf den Schutz von Daten gegen Beschädigung, Verlust oder technische Veränderungen.

Demographischer Wandel

Der Demographische Wandel bezeichnet Veränderungen in der Struktur einer Bevölkerung, also die Altersstruktur, Zu- und Abwanderung, den Anteil von Inländern und Ausländern sowie das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander. Beeinflusst werden diese Veränderungen von der Geburtenrate, der Lebenserwartung sowie dem Wanderungssaldo. In Deutschland wird der Begriff häufig ausschließlich im Zusammenhang mit der zunehmenden Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung verwendet. Demographische bzw. strukturelle Veränderungen der Bevölkerungszusammensetzung haben teils große Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftlich relevante Bereiche, wie bspw. das Gesundheits- und Sozialsystem.

Diabetes

Epidemiologie/Häufigkeit

Diabetes ist eine weltweit verbreitete Stoffwechselerkrankung. Allein in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft (DGG) (2015) über sechs Millionen Menschen von der Krankheit betroffen. Daneben gibt es nach Meinung vieler Expertinnen und Experten auch noch eine  hohe Dunkelziffer von etwa zwei Millionen Menschen, die von Diabetes betroffen sind, ohne es zu wissen. Über 95% der an Diabetes erkrankten leiden dabei am  Typ II-Diabetes.

Formen

Es gibt verschiedene Typen von Diabetes, wobei die einzelnen Krankheitsverläufe dabei individuell teils sehr unterschiedlich sind.
• Diabetes Typ I
• Diabetes Typ II
• Gestations-/Schwangerschaftsdiabetes
• Spezielle Diabetesformen, die etwa durch Medikamente oder Hormonstörungen ausgelöst werden.

Ursachen

Beim häufiger auftretenden Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen zunehmend unempfindlich auf das Hormon Insulin, welches die Aufnahme von Zucker in die Blutbahn fördert. Wenn die Zellen aber nicht auf das Insulin reagieren, steigt der Blutzuckerspiegel an. Ursachen der Krankheit können genetische Veranlagungen, Lebensstil-bedingte Erkrankungen (Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, hoher Stress) sowie umweltbedingte Faktoren bzw. einer Kombination hiervon sein. Ein tendenziell niedriger sozioökonomischer Status (geringes Einkommen, ungünstige Wohnverhältnisse etwa an einer stark befahrenen Straße,…) kann den Ausbruch der Erkrankung begünstigen.

Bei dem weniger häufig auftretenden Typ-1-Diabetes sind die Ursachen der Erkrankung nur zum Teil bekannt. Bekannt ist jedoch, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Die Zellen, die in der Bauchspeicheldrüse für die Produktion von Insulin zuständig sind, werden von Immunsystem zerstört. Es kommt zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel, da kein Insulin hergestellt wird. Dieser Typ ist eher bei jüngeren Menschen vertreten und kann durch die Anwesenheit von drei verschiedenen Antikörpern im Kindesalter vorausgesagt werden.

Symptome

Der Diabetes Typ I kennzeichnet sich meistens schnell durch Symptome wie häufiges Wasserlassen, großen Durst, Müdigkeit und Leistungsminderung. Beim Diabetes Typ II ist der Krankheitsverlauf eher schleichend, so dass die Betroffenen zunächst keine Symptome feststellen können. Die typischen Diabetes-Symptome, wie sie bei vielen Typ-I-Diabetikern auftreten, sind bei vielen anfangs nicht zu finden. Meist wird erst bei Routineuntersuchungen ein erhöhter Blut-/Harnzuckerwert festgestellt oder durch die Manifestation von Folgeerkrankungen die Erkrankung erst als solche erkannt.

Diagnose

Die Diagnose bei Diabetes läuft anhand von Blutwerten ab. So werden unter anderen der Nüchternblutzucker und der HbA1C- Wert bestimmt oder es wird mittels eines oralen Glukosetoleranztest überprüft, ob ein Diabetes vorliegt.

Therapie

Die an dem Diabetes-Typ-I erkrankten Patientinnen und Patienten sind auf die künstliche Zuführung von Insulin angewiesen, wogegen die an Diabetes-Typ-2 erkrankten Patientinnen und Patienten über ein angepassten Ernährungs- und Bewegungsverhalten häufig den Blutzuckerspiegel regulieren und die Zuführung von Insulin auf ein Minimum senken bzw. die Notwendigkeit hinauszögern können. Dies erfordert jedoch ein hohes Maß an Disziplin und eine Kontrolle der Nahrungsaufnahme. Viele Diabetikerinnen und Diabetiker haben den Wunsch, dass die Kontrolle der Nahrungsmittel und somit die Kontrolle über ihren Blutzuckerspiegel erleichtert werden.

Mögliche Spätfolgen und Komplikationen

Diabetes ist eine fortschreitende Erkrankung, Spätfolgen können sich in nahezu allen Bereichen des Körpers zeigen. Im Herzkreislaufsystem schädigt der zu hohe Blutzucker die Gefäßwände, wodurch es zu Ablagerungen in den Blutgefäßen (Arteriosklerose) kommen kann. Daher ist der Transport von Sauerstoff und Nährstoffen zu den Organen eingeschränkt. Bei Verschluss von Blutgefäßen, die das zugehörige Organ versorgen, kann es dann zu Durchblutungsstörungen kommen und so auch zu einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder auch einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.

Der hohe Blutzucker kann aber auch die feinen Gefäße im Augenhintergrund schädigen (Retinopathie). Dies kann sich durch verschiedene Beeinträchtigungen der Sehkraft bemerkbar machen und schlussendlich auch zur Erblindung führen. Darüber hinaus kann es auch zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukom, grüner Star) und Linsentrübung (grauer Star) kommen.

Eine diabetischen Nervenerkrankung (=diabetische Neuropathie) ist bei längerer Diabetesdauer und bei einem schlecht eingestellten Blutzucker eine nicht zu unterschätzende Folgeerscheinung. Betroffen davon sind die peripheren Nerven, meist zuerst die Füße (=Polyneuropathie), wodurch Störungen in der Berührungs- und Schmerzwahrnehmung entstehen. Einher geht damit ein höheres Risiko, dass von den Betroffenen unbemerkt Druckstellen oder Verletzungen entstehen, welche zu einer bakterielle Infektion führen können.

Zudem können Störungen in der Regulation von Atmung, Herzfrequenz, Magen-Darmbewegungen, Sexual- und Blasenfunktion verursacht werden. In seltenen Fällen kann es auch zur Schädigung einzelner Nerven kommen (Mononeuropathie), die zur Lähmung von Augen- oder Gesichtsmuskeln führen.
Auch die Nieren können aufgrund der Verdickung der Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen werden. Durch die Erweiterung der Filterporen in den Nieren kommt es dann zu einer Durchlässigkeit gegenüber Eiweiß, Wasser und Salz, wodurch diese Stoffe dann mit dem Urin ausgeschieden werden. Dies hat zu Folge, dass es im späteren Verlauf zum Nierenversagen kommen kann und die Erkrankten dialysepflichtig werden.

Prävention

Anders als beim Typ I-Diabetes kann die Entstehung eines Typ-II Diabetes durch eine gesunde Lebensweise hinausgezögert oder sogar ganz verhindert werden. Folgende Maßnahmen können helfen, das Diabetes-Risiko  zu senken:

  • Regelmäßige Bewegung (etwa Radfahren, Spazierengehen, Krafttraining, Ausdauertraining)
  • Verzehr von Lebensmitteln mit hohen Vollkornanteil
  • Rauchverzicht
  • Reduzierung des Alkoholgenusses
  • Reduzierter Konsum von Rind-, Schweine-, Kalb- oder Lammfleisch
  • Reduktion von Stress und regelmäßige Entspannung

Eine Hilfe im Alltag können mobile Apps darstellen. Neben Spielen und Fitness-Apps gibt es auch Anwendungen im medizinischen Bereich, die Personen mit bestimmten Krankheitsbildern unterstützen können. Die Apps ermöglichen etwa das Eintragen der verzerrten Nahrung und bieten Lebensmittel-Listen an, aus denen die Anwender die passende Zusammenstellung der Mahlzeiten auswählen können

Quellen:

American Diabetes Association
Deutsche Diabetes-Gesellschaft 
DZD Deutsches Zentrum für Diabetes-Zentrum 

Effektivität

Unter Effektivität wird das Ergebnis bzw. die Wirksamkeit einer gesundheitsbezogenen Handlung verstanden. In der englischen Literatur wird unterschieden zwischen den Begriffen Efficacy und Effectiveness. Während sich ersteres auf die klinische Wirksamkeit unter kontrollierten Bedingungen bezieht, fokussiert Effectiveness die Wirksamkeit im klinischen Alltag und bezieht Rahmenbedingungen wie mangelnde Compliance der Patientinnen und Patienten, falsche Verordnungen von Arzneimitteln, etc. mit ein.

Effizienz

Im Gesundheitswesen wird unter Effizienz die unter Berücksichtigung der gegebenen zur Verfügung stehenden Ressourcen optimale Produktion einer Gesundheitsleistung verstanden, also die erreichten Ergebnisse unter klinischen Alltagsbedingungen. Für ärztliche und nicht-ärztliche Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer bedeutet dies, dass sie angehalten sind, unter den zur Verfügung stehenden gleichwertigen Behandlungsalternativen die kostengünstigste Variante auszuwählen.

eHealth

eHealth, auch unter den Schreibweisen E-Health, EHealth, e-health zu finden, bezeichnet den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen und kann als Oberbegriff für eine Vielzahl von Anwendungsgebieten wie der Telemedizin, Mobile Health oder Elektronischen Patientenakten, etc. dienen. eHealth adressiert insbesondere einrichtungsübergreifende, vernetzte Geschäfts- und Versorgungsprozesse, die einen deutlichen Gesundheitsbezug aufweisen und geht über rein administrative Tätigkeiten wie Abrechnung, Bestellwesen, etc. hinaus.

Epidemiologie

Als Teilgebiet der Medizin befasst sich die wissenschaftliche Disziplin der Epidemiologie mit der Verteilung und dem Verlauf von Krankheiten in der Bevölkerung sowie deren Ursachen. Bspw. erlauben epidemiologische Studien Aussagen zur Häufigkeit einzelner Krankheiten. Es geht um bevölkerungsbezogene Erkrankungen und nicht um einzelne medizinische Fälle. Ziel ist es, Zusammenhänge und die Gesundheit beeinflussende Faktoren herauszufiltern, um eine wissenschaftlich gestützte Basis für Maßnahmen zur Förderung der Bevölkerungsgesundheit bzw. einzelner gesellschaftlicher Gruppen zu erhalten.

Evaluation

Eine Evaluation bezeichnet die Überprüfung von Ergebnissen, mit dem Ziel, einen Sachverhalt oder auch Prozessabläufe bei Bedarf zu verbessern. Eine Evaluation basiert auf wissenschaftlichen Methoden. Untersucht werden Interventionen, die für eine Veränderung in der jeweiligen Untersuchungseinheit sorgen. Ein Beispiel einer Evaluation ist bspw. die Überprüfung, ob und wie viele Jugendliche einer bestimmten Gruppe, einer bestimmten Region, etc. in einem vorab definierten Zeitraum durch ein präventives Programm das Rauchen wieder aufgeben.

Gamification

Gamification bzw. „Spielifizierung“ bezeichnet den Einsatz von spieltypischen Elementen in anderen Nutzungskontexten, bspw. im Rahmen von gesundheitsbezogenen Apps, um die Motivation der Nutzerinnen und Nutzer zu erhöhen. Zu den Gamification-Elementen gehören etwa Fortschrittsbalken, digitale Auszeichnungen, Punkte oder Level. Im Kontext von gesundheitsbezogenen Diensten sollen durch die spielerischen und wettbewerblichen Elemente die Patientinnen und Patienten dazu motiviert werden, sich mehr zu bewegen, ihre Medikation ordnungsgemäß einzunehmen, regelmäßige Vorsorgetermine wahrzunehmen, etc. Durch die technischen Weiterentwicklungen der letzten Jahre können mittlerweile viele Apps Anwendungen dieser Art integrieren.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist seit 2003 damit beauftragt, die Versorgung der Patienten und Patientinnen in Deutschland sicher zu stellen.Der G-BA ist das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, dessen Kompetenzen im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) festgeschrieben sind. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Richtlinien für die einzelnen Bereiche der Gesetzlichen Krankenversicherung zu formulieren. Diese werden wiederum vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft. Seine Mitglieder setzen sich aus unterschiedlichen Vertreterinnen und Vertretern der Verbände und Organisationen des deutschen Gesundheitswesens zusammen. Dazu gehören fünf Vertreterinnen bzw. Vertreter des GKV-Spitzenverbandes, ein Vertreter und eine Vertreterin der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, zwei Vertreter der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft und ein Vertreter der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung. Zusätzlich gibt es noch einen unparteiischen Vorsitzenden und zwei weitere unparteiische Mitglieder.

Gesundheitskompetenz

Im Zuge der zunehmenden Verbreitung von digitalen Gesundheitsinformationen kommt dem Begriff der Gesundheitskompetenz eine immer größere Bedeutung zu. Grundsätzlich wird unter dem Begriff der Gesundheitskompetenz (bzw. im englischen Sprachraum „Health Literacy“) die Fähigkeit und Motivation von Menschen verstanden, gesundheitsrelevante Informationen finden, verstehen und interpretieren zu können, um dadurch gesundheitsrelevante Entscheidungen im eigenen Alltag treffen zu können. Zur Gesundheitskompetenz gehört bspw. die funktionale Fähigkeit, Beipackzettel von Medikamenten verstehen und richtig einordnen zu können. Eine hohe eigene Gesundheitskompetenz kann demnach zur Gesunderhaltung und zur Erhöhung der Lebensqualität beitragen

Gesundheitsökonomische Evaluation

Gesundheitsökonomische Evaluationen dienen dazu, vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen einen Nachweis der Wirksamkeit und Effizienz einer Intervention zu erbringen.Neben den rein ökonomischen Faktoren sind auch das ethische, soziale und juristische Umfeld mit zu berücksichtigen. Hinter dem Begriff verbirgt sich kein einheitliches Studiendesign. Vielmehr sind unterschiedliche Studienformen zu unterscheiden, die Kosten- und Nutzenkomponenten differenziert beschreiben. Eine grundsätzliche Unterteilung erfolgt in Studien ohne vergleichenden und in Studien mit vergleichendem Charakter. Bei vergleichenden ökonomischen Evaluationsstudien werden nicht die Kosten alleine betrachtet, sondern auch der zu erzielende Nutzen mitberücksichtigt. Es können bei der Durchführung grundsätzlich verschiedene Perspektiven eingenommen werden.

Gesundheitsportal

Ein Gesundheitsportal ist eine Internetseite, die für Benutzerinnen und Benutzer konzipiert ist, die sich für gesundheitsbezogene Themen interessieren und informieren möchten. Die Themen inkludieren Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung (Klinische Studien) als auch Tipps für eine gesunde Lebensweise. Sie können themenübergreifend sein als auch auf spezielle Krankheiten fokussiert sein uns von unterschiedlichen Trägern, wie Selbsthilfegruppen oder Pharmaunternehmen, angeboten werden.

Interoperabilität

Als Interoperabilität bezeichnet man die Fähigkeit heterogener Systeme, Techniken oder Organisationen, zusammenzuarbeiten und so nahtlos und korrekt wie möglich zu kommunizieren.Ziel ist es, Informationen, Daten und Dokumente effizient und verwertbar auszutauschen bzw. bereitzustellen. Unterschieden wird zwischen technischer, semantischer und prozessbezogener Interoperabilität. Die Einhaltung gemeinsamer Standards, wie z.B. Kommunikations- und Dokumentationsstandards, etc. spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, beim Datenaustausch ein gemeinsames Verständnis zwischen heterogenen Anwendungssystemen sicherzustellen und so eine Interoperabilitätsinfrastruktur zu erreichen. Architekturkonzepte für institutionsübergreifende Interoperabilität sollten dabei skalierbar, evolutionär und flexibel sein.

IT-Sicherheit

Dieser Begriff kann als eine Art Oberbegriff für verschiedene technische und organisatorische sowie rechtliche Maßnahmen gelten, die dazu dienen, in Institutionen die betriebliche Nutzung von Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik unter Beachtung des Persönlichkeitsrechts zu ermöglichen und dabei elektronisch gespeicherte Informationen zu schützen. Mögliche Schwachstellen und Bedrohungen sollen auf ein erträgliches Maß reduziert werden, um die Sicherheitsziele der Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von Daten und Informationen sicherstellen zu können.

Klinische Studien/Forschung

Klinische Studien sind Formen der Erhebung, bei der sowohl gesunde als auch erkrankte Patienten untersucht werden. Ziel ist es, die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von neuen Medikamenten oder medizinischen Verfahren zu testen. Klinische Studien sind Voraussetzung für die behördliche Zulassung von neuen Medikamenten oder medizinischen Verfahren und ihre Anwendung in der Regelversorgung. Für einen Medikamententest gibt es gesetzliche Vorgaben und für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmte Teilnahmebedingungen. Es gibt grundsätzliche verschiedene Studientypen.

Lebensqualität

Lebensqualität ist ein recht umfassender und facettenreicher Begriff und es ist schwierig, eine allgemeine Definition für diesen zu finden. Grundsätzlich beschreibt die Qualität des Lebens gemeinhin den Grad des Wohlbefindens einer Gruppe oder eines Individuums. Neben der Gesundheit an sich spielen auch Aspekte wie Wohnen, Beruf, soziales Umfeld, etc. eine Rolle. Es kann unterschieden werden zwischen allgemeiner und gesundheitsbezogener Lebensqualität, welche auf die physischen, sozialen und emotionalen Dimensionen der Gesundheit fokussiert. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität spielt als Ergebnisparameter in gesundheitsökonomischen Evaluation zunehmend eine wichtige Rolle und wird über verschiedene Erhebungsinstrumente (bspw. den SF-36-Fragebogen) erfasst.

Medizinprodukt

Unter einem Medizinprodukt wird ein Produkt verstanden, welches zu medizinisch-pflegerischen und diagnostischen Zwecken für Menschen verwendet werden. Gemäß der EU-Richtlinie 93/42/EWG fallen unter Medizinprodukte diejenigen Gegenstände oder Stoffe, die seitens des Herstellers zur Anwendung für Menschen und für folgende Zwecke bestimmt sind:

  • Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten
  • Erkennung, Überwachung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen
  • Untersuchung, Ersatz oder Veränderung des anatomischen Aufbaus oder eines physiologischen Vorgangs
  • Empfängnisregelung

Beispiele sind etwa Röntgengeräte, Verbandstoffe, Herzschrittmacher oder auch Softwareprodukte und Apps. Die Hauptwirkung bei Medizinprodukten wird primär auf physikalischem Weg erreicht. In Deutschland regelt das Medizinproduktegesetz (MPG) den Marktzugang und die Nutzung von Medizinprodukten.

Mobile Health/Apps

Grundsätzlich bezeichnet Mobile Health den Einsatz von mobilen Informations- und Kommunikationstechnologien, bspw. Mobiltelefone, Smartphones, Patientenüberwachungsgeräte, persönliche digitale Assistenten (PDA) und andere drahtlos angebunden Geräte, im Gesundheitswesen. Mobile Health kann dabei als ein Teilbereich von E-Health verstanden werden. Apps bzw. Applikationen sind die entsprechenden mobilen Anwendungen, die das Ziel verfolgen, die Prävention, Diagnostik, Therapie, Pflege und /oder Rehabilitation positiv zu beeinflussen. Differenziert werden können Apps nach Zielgruppe, Zweck, Funktionalitäten und rechtlichen Rahmenbedingungen. Es ist zwischen sog. Gesundheits- und Medizin-Apps zu unterscheiden. Gesundheits-Apps stellen mobile Anwendungen dar, welche vor allem das Ziel verfolgen, das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden zu unterstützen und richten sich vorwiegend an medizinische Laien. Medizinische Apps hingegen fokussieren die medizinischen Kernthemen Diagnostik, Therapie und Prävention von Krankheiten und Verletzungen und adressieren insbesondere Gesundheitsfachkräfte.

Nutzen im Gesundheitswesen

Der Nutzenbegriff lässt sich vereinfacht formuliert als Effekt oder Wirkung einer gesundheitsbezogenen Maßnahme definieren.Der Nutzen einer medizinischen Intervention kann durch verschiedene Ergebnisparameter dargestellt werden, bspw. Effekte einer Intervention auf die Lebensqualität oder die Mortalität. Der Nutzenbegriff wird von verschiedenen Akteuren mit unterschiedlichem Bedeutungsinhalt versehen. Die Bewertung des Nutzens ist eine recht komplexe Angelegenheit. Dies liegt u. a. daran, dass eine bestimmte Maßnahme einerseits bewirkt, dass einzelne Akteuren oder Institutionen durch sie bessergestellt werden, gleichzeitig werden andere durch die gleiche Maßnahme schlechter gestellt.

Patientensicherheit

Die verschiedenen Maßnahmen, die für die Patientinnen- und Patientensicherheit angewandt werden, haben alle zum Ziel, Risiken bei medizinischen Behandlungen zu verhindert.

Personenbezogene Daten

Hierunter werden solche Daten und Informationen zusammengefasst, die einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person direkt zugeordnet werden können. Dazu zählen Einzelangaben wie etwa Name, Kreditkartennummer Sozialversicherungsnummer oder auch Kundendaten sowie Personaldaten von Arbeitnehmern.

Prävention

Primärprävention umfasst alle gesundheitsvorbeugenden Maßnahmen, die sich prinzipiell an alle Menschen richten, jedoch besonders dann effektiv sind, wenn noch keine Erkrankung vorliegt. Durch eine gesunde Lebensweise kann die Entstehung von sogenannten „Volkskrankheiten“ wie Diabetes mellitus Typ II oder Herz-Kreislauferkrankungen verhindert werden. Für eine umfassende Prävention sind jedoch auch Vorsorgeuntersuchungen, wie z.B. Darmspiegelungen ratsam, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Diese Form der rechtzeitigen Identifizierung von Krankheiten ist der sekundären Prävention zu zuordnen.  Der Leistungskatalog der GKV enthält eine Reihe von Früherkennungsmaßnahmen, die Patientinnen und Patienten wahrnehmen können.
Bei Menschen, die z.B. an einer chronischen Krankheit leiden, gilt es, mögliche Risiken und Komplikationen zu verhindern. So sollen bspw. bei Diabetikern Netzhautschäden vermieden werden. Maßnahmen, die zu letzteren zählen, gehören zur tertiären Prävention.

Pseudonymisierung

Bei der Pseudonymisierung handelt es sich um eine datenschutzrechtliche Maßnahme.Direkt personenidentifizierbare Daten (wie etwa Name, Personalausweisnummer, etc.) werden durch ein Pseudonym/Kennzeichen (häufig eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben) ersetzt, um die Betroffenen faktisch zu anonymisieren. Im Gegensatz zur Anonymisierung können jedoch die Daten unter Zuhilfenahme eines Schlüssels einer Person zugeordnet werden. Eine Zuordnung von Person und Daten ist also weiterhin möglich, jedoch deutlich erschwert.

Start-ups

Dieser englische Begriff steht für Unternehmen, welche sich erst vor kurzem gegründet haben bzw. jünger als fünf Jahre alt sind und meist noch eher weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, jedoch ein kontinuierliches Firmenwachstum anstreben. Start-ups entwickeln und vertreiben oftmals innovative Produkte und/oder Dienstleistungen.

Telemedizin

Telemedizin bezeichnet den Einsatz von Telekommunikations- und Informationstechnologien im Rahmen der Erbringung medizinischer Leistungen zur Überwindung einer räumlichen Distanz zwischen Patientin/Patient und Ärztin/ Arzt bzw. einem anderen Gesundheitsfachberuf sowie zwischen mehreren Ärztinnen und Ärzten/ Gesundheitsfachberufen. Unter „medizinischen Leistungen“ werden dabei Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation verstanden. Telemedizin ist ein Teilbereich von „eHealth“ und fokussiert verschiedene Indikationen und Anwendungsarten wie Teletherapie, Telemonitoring und Telekonsil.

Usability

Unter diesem Begriff wird ganz allgemein Gebrauchstauglichkeit oder Nutzerfreundlichkeit verstanden. Nach der Definition der Internationalen Organisation für Standardisierung (ISO 9241) beschreibt die Usability eines Produktes, bspw. einer Soft- oder Hardware, das Ausmaß, in dem es von einem „bestimmten Nutzer verwendet werden kann, um bestimmte Ziele in einem bestimmten Kontext effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen“. Der Begriff fokussiert daher nicht nur auf das einzelne Produkt, sondern vielmehr auf die Interaktion eines Benutzers mit diesem speziellen Produkt in einem bestimmten Kontext. Usability ist daher jeweils im Kontext und in Bezug auf ein individuelles Produkt zu sehen.

Versorgungsforschung

Während die klinische Forschung Medikamente, Therapien, etc. unter experimentellen bzw. Idealbedingungen untersucht, analysiert die Versorgungsforschung die Anwendung von Therapien unter Alltagsbedingungen. Die Versorgungsforschung untersucht Strukturen und Prozesse des Gesundheitssystems, wie etwa die Qualität der Versorgung mit Arzneimitteln und therapeutischen Methoden. Sie ermöglicht Erkenntnisse über Versorgungsleistungen und dient als Basis für gesundheitspolitische Entscheidungen auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.  Die Versorgungsforschung fokussiert insbesondere die Mikroebene des Gesundheitssystems, nämlich Krankenhäuser, Arztpraxen oder einzelne Technologien im Gesundheitswesen.

Wearables

Unter Wearbles werden kleine Computersysteme verstanden, die während der Anwendung am Körper oder Kopf der Benutzer/-innen befestigt sind. Typische Einsätze liegen im Fitness-Bereich, um bspw. die tägliche Schrittzahl oder Laufstrecke zu messen und der Nutzerin/dem Nutzer quantifizierbare Aussagen zum eigenen Verhalten geben zu können. Wearables sind meist mit Apps verbunden, um die Auswertungen graphisch anzeigen zu können.