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DAK-Studie zeigt: Ärzte wollen mehr E-Health-Anwendungen für die Praxis - und Apps sind auch nicht uninteressant...

Tastatur mit Stetoskop

Quelle: dak.de – Ärzte wünschen sich mehr E-Health-Anwendungen in der Praxis. Das zeigt der DAK-Digitalisierungsreport, der nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Demnach sehen viele Ärzte in digitalen Versorgungslösungen wie Online-Coaching, Gesundheits-Apps, Videokonferenzen und selbst in der reinen Online-Konsultation von Ärzten in einem Callcenter realistische und auch sinnvolle Szenarien, die sie auch selbst anwenden würden, wenn es möglich wäre.

Für die Studie im Auftrag der DAK-Gesundheit, der „Ärzte Zeitung„, SpringerMedizin.de, dem Hartmannbund, der EPatient RSD GmbH und dem Ärztenetzwerk esanum.de wurden im September und Oktober 2017 online 1147 Ärzte befragt. Das Ergebnis: Etwa 80 Prozent der Befragten sehen unter anderem Videosprechstunden und Online-Coachings als sinnvolle und unterstützende Behandlungsansätze bei der Versorgung von Patienten. Junge Ärzte zeigten eine deutlich höhere Zustimmung dafür, digitale Anwendungen in ihren Praxisalltag zu integrieren. Insgesamt verdeutlicht die Studie jedoch einen umfassenden Wunsch nach mehr eHealth-Anwendungen.

Apps sind eine interessante Option - wenn sie denn geprüft sind

Neben "klassischen" telemedizinischen Anwendungen wie der Videosprechstunde sind für die meisten Befragungsteilnehmer auch Apps zur Befundung/Diagnostik und zur Online-Therapie durchaus eine Option. Über zwei Drittel der Ärzte haben schon einmal von solchen Apps gehört, über 17% haben schon einmal damit zu tun gehabt. Bei der Bewertung der Nützlichkeit entsprechender mobiler Anwendungen zeigt sich ein unterschiedliches Bild. So wird die Option, mittels Apps/mobilen Anwendungen eine standardisierte digitale Aufklärungs- und Coaching-Arbeit zu leisten, insgesamt positiv gesehen (79% sehen einen klaren Nutzen oder "vielleicht einen Nutzen"), jedoch ist hier die Zustimmung auch etwas geringer als bei anderen Anwendungen. Bei der Zusammenführung von Tracking-Daten in die digitale Gesundheitsakte des Patienten wird von rund 77% zwar ein Nutzen vermutet, in der Realität ist diese Anwendung jedoch noch nicht in den Praxen bzw. im Gesundheitswesen angekommen. 

Weitgehende Einigkeit herrscht dagegen in Bezug auf die Prüfung bzw. Bewertung von Apps. Über 90% der Befragten stimmen zu, dass ein standardisierter und auch strenger Nutzennachweis  für digitale Anwendungen notwendig sei, bevor diese in der Praxis zum Einsatz kommen. Immerhin knapp zwei Drittel bzw. 67% sind jedoch der Ansicht, dass für digitale Anwendungen schlankere und agilere Evaluationsmethoden verwendet werden sollten.

Eine unabhängige Zertifizierung von Apps stößt auf recht breite Zustimmung. 84% derjenigen, die befragt wurden, teilen die Meinung, dass es für Apps, die eine therapiebegleitende Funktion haben und Verhaltensänderungen unterstützen, zunächst eine Art TÜV für eine schnelle und unabhängige Zertifizierung geben sollte. Bemerkenswert ist an dieser Stelle jedoch auch, dass zwei von drei Ärzten bei digitalen Anwendungen und Apps Ihrer Überzeugung und Erfahrung vertrauen, selbst wenn noch kein Nutzenbeweis erbracht worden ist. 

Insgesamt zeigt sich, dass Ärzte mehr und mehr die Chancen digitaler Anwendungen für sich entdecken und insbesondere in telemedizinischen Anwendungen, aber auch in mobilen Anwendungen einen Nutzen für sich und ihre Patienten sehen. Vieles ist jedoch noch nicht in der Realität angekommen bzw. noch gewissermaßen Zukunftsmusik. Damit die Zukunft möglichst rasch in Sachen Digitalisierung beginnt, sind Entscheidungsträger, Funktionäre, Verbände, die Wissenschaft und der Gesetzgeber gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen, bspw. in Hinblick auf einen pragmatischen Nutzennachweis, zu schaffen.