Quelle: DAK-Gesundheit – Wie bekannt sind eigentlich verschiedene E-Health-Anwendungen? Werden sie tatsächlich schon in der Praxis genutzt oder nur in den Medien diskutiert? Und wie werden sie wahrgenommen – als Risiko oder als echter Nutzbringer für Ärzte und Patienten? Diese und weitere Fragen zum Verbreitungsgrad und zur Einschätzung von E-Health-Anwendungen haben die DAK-Gesundheit und die ÄrzteZeitung rund 2300 Ärztinnen und Ärzten in einer Online-Befragung gestellt. Der nun veröffentliche Digitalisierungsreport stellt heraus, inwiefern Mediziner elektronische Patientenakten, GesundheitsApps, Videosprechstunden etc. bereits einsetzen und welche Haltung sie gegenüber den neuen digitalen Möglichkeiten einnnehmen.

Höherer Bekanntheitsgrad, aber noch eher geringe Verbreitung: Die wichgisten Ergebnisse im Überblick

Der Report macht deutlich, dass Ärzte digitalen Anwendungen im Gesundheitswesen zunehmend offener gegenüber stehen und durchaus viele Potenziale sehen, um bspw. die innerärztliche Kommunikation zu verbessern und die Sicherheit der Behandlung zu erhöhen. Es zeigt sich auch (noch) ein gewisser Altersunterschied, da jüngere Ärzte digitalen Lösungen insgesamt positiver gegenüber stehen als ihren älteren Kollegen.

  • Über 85% der Ärzte haben schon einmal von Videosprechstunden gehört und 80 Prozent der befragten Ärzte befürworten die Nutzung ihre Nutzung. Gleichzeitig jedoch wird die Videosprechstunde in der der Praxis nur wenig genutzt, nur rund 3 Prozent der Befragungspersonen setzen sie bereits ein oder planen, dies konkret zu tun. Dies wird auch durch den Ende 2018 veröffentlichten Bericht des Bewertungsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss bestätigt. Demnach wurde im Jahr 2017 nur rund 100 Mal die GOP 01439 (Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde) und nur rund 920 Mal die GOP 01450 (Zuschlag Videosprechstunde) abgerechnet.
  • In Bezug auf elektronische Aktensysteme sind ähnliche Tendenzen zu verzeichnen. Die Mehrheit, nämlich knapp drei Viertel, haben schon einmal von elektronischen Gesundheitsakten, wie sie etwa die großen Krankenkassen für ihre Versicherten herausgegeben, gehört. Nicht einmal ein Zehntel der Befragten, nämlich rund 9 Prozent, haben sich jedoch schon einmal praktisch damit beschäftigt bzw. sind damit in Kontakt gekommen.
  • In Bezug auf gesundheitsbezogene Apps zeigt sich ein ähnliches Bild. Viele haben schon davon gehört, etwa von Apps zu Diagnostikzwecken oder zur digitalen Begleitung der Therapie, aber nicht einmal ein Fünftel, rund 17 Prozent, haben diese schon einmal konkret verwendet bzw. sich intensiver damit auseinandergesetzt. Der Mehrheit der Ärzte ist vor allem wichtig, dass Apps auf ihren Nutzen geprüft werden, möglichst in hochwertigen Studiendesigns. Auch die medizinischen Fachgesellschaften werden als geeigneter Partner für die Qualitätssicherung gesehen. Gleichzeitig zeigen sich jedoch auch mehr Ärzte bereit, Apps auch ohne klinischen Evidenznachweis zu empfehlen, sofern sie selbst vom Nutzen überzeugt sind.

Deutlich wird, dass den Teilnehmern vor allem der konkrete Nutzen für sich selbst und ihre Patienten wichtig ist. Eine Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung ist demnach auch, dass es sich um sichere und interoperable Anwendungen handelt, die sich möglichst einfach in den Praxisalltag und in die Praxisverwaltungssysteme integrieren lassen. Auch eine bundesweite E-Health-Gesamtstrategie wird als notwendig erachtet, damit der Nutzen auch wirklich in der Praxis ankommt und es nicht zig verschiedene kleinere Anwendungen gibt. Letztlich geht es darum, den Wandel aktiv zu gestalten, denn aufzuhalten ist die Digitalisierung nicht. „Fakt ist: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist in vollem Gange und nicht aufzuhalten. Wir sollten die Digitalisierung aktiv gestalten und auch den darauf beruhenden Wandel im Arzt-Patienten-Verhältnis als Chance begreifen. Wichtig ist, alle Akteure einzubinden – damit für alle der Nutzen von eHealth-Anwendungen im Mittelpunkt steht“, so Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK Gesundheit.

Lesen Sie hier den gesamten DAK-Gesundheit Digitalisierungsreport 2019.

Bildquelle

  • Report Analyse Statistik: Lukas, pexels.com