Quelle: Ärzteblatt.de – Multiple Skelorese (MS), auch „Krankheit der 1000 Gesichter“ genannt, kann zu verschiedenen Symptomen und Funktionseinschränkungen kognitiver und körperlicher Art führen. Die Krankheit verläuft bei jedem Menschen individuell. mHealth-Anwendungen wie Apps und Wearables, die das Selbstmanagement der Patienten stärken sollen, wurden in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt gebracht. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nun im Rahmen des „Themencheck Medizin“ untersucht, inwiefern mHealth-Anwendungen das Selbstmanagement von MS-Patienten wirkungsvoll unterstützen können.

Das wissenschaftliche Team des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf und der MH Hannover kommen nun in einem vorläufigen Health-Technologie Assessment (HTA) zu dem Ergebnis, dass der Nutzen von mHealth-Anwendungen für das Selbstmanagement noch unklar ist. Die Forscher konnten in ihrer Untersuchung keinen klaren Nachweis für einen Nutzen von mobilen Gesundheitsanwendungen finden.

Die Wissenschaftler berichten, dass die untersuchten Apps nicht zeigen konnten, dass sie etwa die Häufigkeit der körperlichen Bewegung oder die Erinnerungsfunktion der Betroffenen stärken.  Es fanden sich jedoch Anzeichen, dass mHealth-Anwendungen depressive Symptomatiken oder auch die sog. Fatigue (chronische Erschöpfung) von Betroffenen leicht verbessern können.

Der vorläufige HTA-Bericht wurde am Mittwoch auf den Seiten des IQWIG veröffentlicht. Interessierte Personen, Insti­tutionen und Gesellschaften können bis Ende Juni Stellungnahmen abgeben.

Unter diesem Link gelangen Sie auf die Themenseite des IQWIG mit dem veröffentlichten vorläufigen HTA-Bericht.

 

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