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Demenz

Demenz:

Der Begriff Demenz leitet sich vom lateinischen Wort Dementia ab, was so viel wie „ohne Geist“ oder „von Sinnen“, bedeutet. Demenz ist dabei der Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, denen unterschiedliche Ursachen zu Grunde liegen.

Häufigkeit:
In Deutschland sind derzeit etwa 1,5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Bis ins Jahr 2050 wird diese Zahl schätzungsweise auf drei Millionen ansteigen, wenngleich Abweichungen nach unten aufgrund eines gesünderen Lebensstils oder des medizinisch-technischen Fortschritts möglich sind. Zwei Drittel der an Demenz Erkrankten haben bereits das 80. Lebensjahr erreicht.
Formen und Ursachen:
Viele gehen davon aus, das Demenz gleich Demenz ist. Jedoch werden demenzielle Erkrankungen in verschiedene Formen unterteilt, da es auch verschiedene Ursachen für die jeweilige Demenz-Form gibt. Zudem treten auch Mischformen der verschiedenen Demenz Formen auf. Folgende Demenz-Formen werden dabei unterschieden:

 

Alzheimer Demenz: Die Alzheimer Demenz ist die am häufigsten auftretende Form der Demenz. Sie wurde nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer benannt, der die Krankheit im Jahre 1906 erstmals beschrieben hat. An dieser Form sind alleine mindestens 50% aller dementen Menschen erkrankt. Dabei ist die genaue Ursache der Alzheimerschen Demenz nicht bekannt. Die neurodegenerative Erkrankung kennzeichnet sich durch den Untergang von Nervenzellen und Nervenzellenkontakten. Dabei lassen sich im Gehirn der Betroffenen typische Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) nachweisen.

 

Vaskuläre Demenz: Die Vaskuläre Demenz ist mit einem Anteil von mindestens 15% die zweithäufigste reine Demenz Form. Die Ursache dieser Demenz ist eine gefäßbedingte Schädigung des Gehirns, welches die Folge einer Arteriosklerose oder eines Schlaganfalls sein kann.

 

Frontotemporale Demenz: Bei dieser Form der Demenz beginnt der Abbau der Nervenzellen im Gehirn im Bereich der Stirn und der Schläfe (Fronto-Temporal-Lappen). Dieser Bereich des Gehirns kontrolliert Emotionen und Sozialverhalten. Deshalb fallen die Betroffenen vor allem durch Aggressivität, Taktlosigkeit oder aber auch Teilnahmslosigkeit auf. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, die jedoch im Gegensatz zur Alzheimerschen Demenz nicht unbedingt besonders stark ausgeprägt sind. Jedoch ist bei dieser Form der Demenz die Diagnosestellung schwieriger, da die Persönlichkeitsveränderung anfangs eher auf eine psychische Störung schließen lässt. Den Betroffenen und vor allem ihren Angehörigen machen daher auch insbesondere Verhaltensauffälligkeiten (etwa Unberechenbarkeit) zu schaffen.

 

Lewy-Körperchen-Demenz: Der Arzt und Forscher Friedrich Lewy beschrieb erstmalig die Krankheitssymptome und entdeckte typische Ablagerungen in den Nervenzellen, die sogenannten Lewy-Körper. Die Lewy-Körperchen-Demenz ähnelt der Alzheimer-Demenz sehr stark, wodurch die Unterscheidung schwierig ist. Bei Betroffenen zeigen sich jedoch Schwankungen der geistigen Fähigkeiten im Tageverlauf. Zudem leiden Erkrankte häufig auch an optischen Halluzinationen. Dabei kommt es bei dieser Form der Demenz zu einer Verringerung des Botenstoffes Dopamin, ähnlich wie bei der Parkinson-Erkrankung. Deshalb leiden Betroffene auch an Parkinson-Symptomen wie erhöhte Muskelspannung, unwillkürlichen Zittern und verlangsamten Bewegungen.

Symptome:
Bei einer Demenz ist die Symptomatik sehr vielfältig. Dies hängt vom Stadium der Krankheit und der Ursache ab. Zudem sind der Verlauf und die einhergehende Symptomatik individuell sehr unterschiedlich. So leiden manche Erkrankte an einem schnellen Abbau der kognitiven Fähigkeiten, wohingegen andere Erkrankte einen deutlich langsameren Abbau aufzeigen.

 

Das wichtigste Anzeichen für eine Demenz ist das nachlassende Erinnerungsvermögen. Zuerst ist das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt, erst im späteren Krankheitsverlauf ist auch das Langzeitgedächtnis betroffen und die Erinnerung an früh Erlerntes und Vertrautes schwindet. Desweiteten treten folgende Symptome auf, wie etwa:
• Störung der Orientierung
• Störung der Sprache (z.B. Wortfindungsstörungen)
• Störung der Auffassungsgabe

 

Durch die Unfähigkeit sich im Alltag zurechtzufinden oder durch die Einschränkungen in der Kommunikation zeigen viele Erkrankte teils aggressive Züge sowie eine immanente Unruhe. Andere verstummen eher und sind für Aktivitäten kaum zu motivieren. Diese Andere Symptome die auf eine demenzielle Erkrankung hindeuten, sind:
• Weinanfälle
• Gesteigerter Bewegungsdrang, mit häufige Wiederholungen und gleichen Bewegungsabläufen
• Ängstliches Verhalten
• Depressive Phasen

 

Im späteren Verlauf auch:
• Gestörter Tag-Nacht-Rhythmus
• Blasenschwäche
• Verstopfung

Diagnose:
Die Erstellung einer Diagnose umfasst eine gründliche körperliche und neuropsychologische Untersuchung sowie eine umfassende Anamnese. Häufig werden die Symptome erst spät erkannt, da Personen mit beginnender Demenz zunächst noch kompetent erscheinen und ihre Krankheit gut überspielen können, teils auch mit Hilfe ihrer Ehe- oder Lebenspartner. Bei Verdacht auf eine vorliegende Demenz werden verschiedene Tests durchgeführt.
Als wichtigster Tests wird hier der Mini-Mental-Status-Test (Mini-Mental-State-Examination=MMSE) und der DemTect (Demenz-Detections-Test) angewendet, welche in recht kurzer Zeit durchgeführt und ausgewertet werden können. Wichtig ist es stets, andere Erkrankungen wie etwa Depressionen ausschließen zu können.
Um eine optimale Behandlung zu garantieren und die vorhandene Demenzform identifizieren zu können, sind Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren des Gehirns sowie eine Ableitung der Hirnströme (EEG) nötig.
Therapie:
Wie bei anderen Krankheiten auch gilt: „Je früher desto besser“. Zwar ist Demenz aktuell noch nicht heilbar, jedoch lässt sich der Verlauf der Krankheit hinauszögern. Daraus resultiert ein längeres selbstständiges Leben für die Betroffenen und ein Herauszögern der Pflegebedürftigkeit. Bei der Demenz-Therapie stehen sowohl Medikamente als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Verfügung. Dabei wird jede Therapie individuell an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst.
Bei der medikamentösen Behandlung wird zwischen der Behandlung der kognitiven Störung und der Behandlung der Begleitsymptome unterschieden. Um den Prozess der Demenz zu verlangsam, werden sogenannte „Antidementiva“ eingesetzt.
Bei den Begleitsymptomen wie Depression, Unruhe oder Schreien kann auch im Vorfeld auf nicht-medikamentöse Maßnahmen und Therapien (z.B. Ergotherapie, Physiotherapie) zurückgegriffen werden, bevor Medikamente wie Antidepressiva oder Neuroleptika zum Einsatz kommen.
Prävention:
Nach aktuellen Wissensstand ist es nicht möglich, einer Demenz gezielt vorzubeugen, da die genauen Ursachen nicht vollständig geklärt sind. Allerdings gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die eine Entstehung von Demenz begünstigen. Darunterfallen:
• Rauchen
• Diabetes mellitus
• Bluthochdruck
• Hohe Cholesterinwerte
• Übergewicht
• Vorhofflimmern
• Frühere Kopfverletzungen
• Depressionen
• Medikamentenmissbrauch (etwa von Schlafmitteln oder Beruhigungsmitteln) bzw. Drogenmissbrauch
• Schilddrüsenunterfunktion (wenn diese nicht ärztlich behandelt wird)

 

Empfehlenswert scheinen ein aktives geistiges und soziales Leben zu sein, um eine Demenz vorzubeugen. Deshalb ist regelmäßige Bewegung in Kombination mit Gedächtnistraining und häufigen sozialen Kontakten sinnvoll, um demenzielle Erkrankungen hinauszuzögern bzw. auch zu vermeiden.

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