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Asthma

Asthma bronchiale:

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege. Dabei reagieren die Bronchien besonders sensibel auf eigentlich harmlose Stoffe, wie zum Beispiel Pollen oder Tierhaare, wodurch die Betroffenen verkrampfen und verschleimen. Die Schleimhäute der Atemwegswände, insbesondere die der Bronchien, sind dabei chronisch entzündet.
Der Begriff „Asthma“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Atemnot“ oder „schweres Atmen“.

 

Häufigkeit:
In Deutschland sind in etwa 10% aller Kinder an Asthma erkrankt. Somit gehört Asthma zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Zudem erkranken in etwa doppelt so viele Jungen wie Mädchen. Dafür hat über die Hälfte der Kinder, die an Asthma erkranken, im Erwachsenenalter keine Beschwerden mehr. Somit sind in Deutschland ca. 5% der Erwachsenen an Asthma erkrankt.

 

Ursachen:
Die Krankheit wird von der jeweiligen genetischen Veranlagung beeinflusst. So wird davon ausgegangen, dass zu etwa 75% die Erkrankung von den Eltern auf die Kinder weitervererbt wird. Ebenso spielen die Umweltbedingungen (Aktiv-/Passivrauchen, Luftverschmutzung, etc.) eine wichtige Rolle, ob ein Kind mit der entsprechenden Veranlagung überhaupt erkrankt.

Die Krankheit wird anhand der zu Grunde liegenden Ursache in zwei verschiedene Formen eingeteilt. Beim allergischen Asthma werden Allergen als Auslöser identifiziert, während bei der nichtallergischen Form unspezifische Auslöser die Krankheit hervorrufen. Ein Großteil der Asthma-Erkrankungen ist jedoch auf eine Mischform der genannten Ursachen zurückzuführen.

Das allergische Asthma ist die häufigste Form bei Kindern und Jugendlichen. Sie wird meist durch Pollen, Tierhaare, Kot der Hausstaubmilben, Bettfedern oder Schimmelsporen ausgelöst. Bei dem berufsbedingten Asthma wird die Erkrankung durch allergisierende Substanzen am Arbeitsplatz ausgelöst. Exemplarisch lässt sich hier das Berufsbild des/der Bäckers/in nennen, der/die durch das häufige Einatmen von Mehlstaub an Asthma erkrankt.

Bei dem nichtallergischen Asthma sind Faktoren wie körperliche Belastung, psychische Ursachen, kalte und verunreinigte Luft oder Medikamente (zum Beispiel ASS) wichtige Auslöser des Asthmas.

Risikofaktoren:
in bekannter Risikofaktor für Asthma besteht in der Allergenexposition. Das bedeutet, dass Personen in Kontakt mit Stoffen stehen, die potenziell Asthmaanfälle auslösen können. Gerade die Exposition durch Hausstaubmilben und Passivrauchen innerhalb des ersten Lebensjahrs scheint ein besonders großer Risikofaktor zu sein. Auch Menschen, die unter Allergien oder häufigen Atemwegserkrankungen leiden, tragen ein höheres Risiko für Asthma. Zudem leiden Kinder, die ein geringes Gewicht bei der Geburt aufzeigen, deutlich häufiger an Asthma als normalgewichtige Säuglinge. Im Kindesalter stellen außerdem Bewegungsmangel und Übergewicht ein Risikofaktor für Asthma dar.
Symptome:
Durch die dauerhafte Entzündung der Atemwege und durch das Anschwellen der Bronchialschleimhäute produzieren diese übermäßig viel zähen Schleim, weshalb die Atemwege stark verengt sind. Es kommt zu einer erschwerten Atmung, wobei besonders das Ausatmen den Betroffenen schwerfällt und mit einem typischen Pfeifen (Giemen) und Brummen bei der Atmung einhergeht.

Bei Asthmatikern treten häufig morgens und nachts Atemnot und Brustenge auf. Je nach Asthma-Form kann dies die Folge von körperlicher Anstrengung, Atemwegsinfektion oder Kontakt mit Allergenen sein.
Zudem leiden viele Asthmatiker an andauernden Husten, der anstelle der Atemnot oder auch zusätzlich auftreten kann.

Diagnose:
Erste Hinweise auf die Erkrankung erhält die/der Ärztin/Arzt durch eine ausführliche Anamnese und kann bereits dadurch abschätzen, um welche Form des Asthmas es sich handelt. Mittels des Abhörens der Lunge, eines Lungenfunktionstests, einer Röntgenuntersuchung oder eines Allergietests kann eine genaue Diagnostik erfolgen und der Schweregrad der Erkrankung bestimmt werden.
Therapie:
Asthmas bronchiale ist nicht heilbar, jedoch mit der richtigen Behandlung gut kontrollierbar. Grundsätzlich wird beim Asthma zwischen einer medikamentösen Langzeit- und einer Bedarfsbehandlung unterschieden.

 

Bei der Bedarfsbehandlung werden Medikamente genutzt, die eine schnellen Wirkeintritt besitzen und somit bei akuten Beschwerden helfen. Diese Medikamente werden nur bei Bedarf genutzt und besitzen kein festes Applikationsschema. Zu diesen Medikamenten zählen vor allem sogenannte kurzwirksame Beta-2-Sympathometika, wie Salbutamol oder Reproterol. Diese bronchienerweiternden Medikamente erweitern im Falle eines Asthmaanfalls die verengte Atemmuskulatur.

Die Langzeitbehandlung setzt auf Medikamente, welche die Betroffenen regelmäßig einnehmen, umso die Entzündung der Atemwege abzuschwächen und die Beschwerden zu minimieren. Dies senkt das Risiko für das Auftreten von Asthmaanfällen. Zu diesen Medikamenten zählen unter anderem entzündungshemmende Medikamente, wie bspw. Kortikosteroide (Budensonid oder Fluticason). Meist werden diese mittels Asthmaspray inhaliert, umso eine bessere Wirkung zu erzielen.
Falls die entzündungshemmenden Medikamente alleine für eine erfolgreiche Behandlung nicht ausreichend sind, werden zusätzlich langwirksame Beta-2-Sympathomimetika verschrieben.

Neben der Medikamenteneinnahme ist die Kontrolle der Atemfunktion mittels Peak-Flow-Meters für den Erkrankten sehr wichtig. Den Patienten ist es dadurch möglich, die Therapie zu kontrollieren und die Medikation der Tagesform anzupassen und Notfälle zu vermeiden.

Zur Überraschung vieler Menschen ist Sport nicht verboten, sondern im richtigen Maße vielmehr hilfreich und erwünscht. Wichtig ist hierbei, dass die/der Erkrankte ihren/seinen Körper nur soweit belastet, dass sie/er problemlos durch die Nase atmen kann und dass die Medikamente vorab richtig eingestellt sind. Deshalb sollte auch vor Aufnahme eines kontinuierlichen Bewegungstrainings die Ärztin oder der Arzt aufgesucht werden, um die richtige Dosierung von Medikamenten und Sport zu besprechen.

Um die dauerhafte Beobachtung des Befindens und der Einnahme der Medikamente leichter zu gestalten, wurden Apps entwickelt, die die an Asthma leidenden Menschen in ihrem Alltag unterstützen sollen. In vielen dieser Apps können die Anwender ihr Befinden eingeben (z.B. im Rahmen eines Asthma-Tagebuchs), die Dosierung ihrer Medikamente und vorgefertigte Fragebögen beantworten. Die App zeigt der/dem Anwender/in etwa eine grafische Verlaufsübersicht der Peak-Flow-Werte an und erinnert an die Einnahme der Medikamente. In manchen Anwendungen ist es sogar möglich, sich durch die Freischaltung des eigenen Standortes Stellen anzeigen zu lassen, die zu vermeiden sind, da dort beispielsweile viele Pollen in der Luft sind.
Des Weiteren existieren auch Apps für medizinisches Personal. Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es unter dem Drop-Down-Menü „Apps nach Themen“ bei dem Unterthema „medizinisches Personal“.