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Glossar

Barrierefreiheit beschreibt gemäß §4 BGG eine Nutzung „in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe”. Barrierefreiheit bezeichnet einerseits eine bauliche Umgebung ohne hinderliche Übergänge, damit sich etwa Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern mühelos fortbewegen können. Barrierefreiheit kommt aber ebenso bei Webapplikationen und Apps vor, damit Apps „von allen Menschen möglichst weitgehend ohne eine Anpassung oder ein spezielles Design genutzt werden können” (UN-BRK, Artikel 2). Die barrierefreie Gestaltung von Apps und Internetseiten ermöglicht es also, dass auch Menschen mit funktionalen Einschränkungen einen gleichberechtigten Zugang zu diesen Anwendungen haben. Hierzu müssen Kriterien zur universellen Gestaltung der Applikation, etwa die zur Schriftgröße oder zur Vorhaltung von Vorlesefunktionen, bei der Entwicklung eingehalten werden.

Der Datenschutz ist ein Teilbereich von Informationssicherheit und fokussiert darauf, durch technische und organisatorische Mechanismen personenbezogene und -beziehbare Daten vor Missbrauch durch Unbefugte zu schützen und dadurch das informationelle Selbstbestimmungsrecht Einzelner zu bewahren. Durch datenschutzrechtliche Maßnahmen soll in einer zunehmend digitalisierten Welt die Privatsphäre des Individuums geschützt werden. Es existieren auf Bundes- und Länderebene verschiedene Gesetze und daraus abgeleitete Rechtsnormen, die die Voraussetzungen und Ausgestaltung näher definieren.
Datenschutz ist nicht mit dem Begriff der Datensicherheit zu verwechseln, Datensicherheit bezieht sich nämlich auf den Schutz von Daten gegen Beschädigung, Verlust oder technische Veränderungen.

Der Demographische Wandel bezeichnet Veränderungen in der Struktur einer Bevölkerung, also die Altersstruktur, Zu- und Abwanderung, den Anteil von Inländern und Ausländern sowie das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander. Beeinflusst werden diese Veränderungen von der Geburtenrate, der Lebenserwartungsowie dem Wanderungssaldo. In Deutschland wird der Begriff häufig ausschließlich im Zusammenhang mit der zunehmenden Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung verwendet. Demographische bzw. strukturelle Veränderungen der Bevölkerungszusammensetzung haben teils große Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftlich relevante Bereiche, wie bspw. das Gesundheits- und Sozialsystem.

eHealth, auch unter den Schreibweisen E-Health, EHealth, e-health zu finden, bezeichnet den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen und kann als Oberbegriff für eine Vielzahl von Anwendungsgebieten wie der Telemedizin, Mobile Health oder Elektronischen Patientenakten usw. dienen. eHealth adressiert insbesondere einrichtungsübergreifende, vernetzte Geschäfts- und Versorgungsprozesse, die einen deutlichen Gesundheitsbezug aufweisen und geht über rein administrative Tätigkeiten wie Abrechnung, Bestellwesen etc. hinaus.

Als Teilgebiet der Medizin befasst sich die wissenschaftliche Disziplin der Epidemiologie mit der Verteilung und dem Verlauf von Krankheiten in der Bevölkerung sowie deren Ursachen. Bspw. erlauben epidemiologische Studien Aussagen zur Häufigkeit einzelner Krankheiten. Es geht um bevölkerungsbezogene Erkrankungen und nicht um einzelne medizinische Fälle. Ziel ist es, Zusammenhänge und die Gesundheit beeinflussende Faktoren herauszufiltern, um eine wissenschaftlich gestützte Basis für Maßnahmen zur Förderung der Bevölkerungsgesundheit bzw. einzelner gesellschaftlicher Gruppen zu erhalten.

Eine Evaluation bezeichnet die Überprüfung von Ergebnissen, mit dem Ziel, einen Sachverhalt oder auch Prozessabläufe bei Bedarf zu verbessern. Eine Evaluation basiert auf wissenschaftlichen Methoden. Untersucht werden Interventionen, die für eine Veränderung in der jeweiligen Untersuchungseinheit sorgen. Ein Beispiel einer Evaluation ist bspw. die Überprüfung, ob und wie viele Jugendliche einer bestimmten Gruppe, einer bestimmten Region etc. in einem vorab definierten Zeitraum durch ein präventives Programm das Rauchen wieder aufgeben.

Im Zuge der zunehmenden Verbreitung von digitalen Gesundheitsinformationen kommt dem Begriff der Gesundheitskompetenz eine immer größere Bedeutung zu. Grundsätzlich wird unter dem Begriff der Gesundheitskompetenz (bzw. im englischen Sprachraum „Health Literacy“) die Fähigkeit und Motivation von Menschen verstanden, gesundheitsrelevante Informationen finden, verstehen und interpretieren zu können, um dadurch gesundheitsrelevante Entscheidungen im eigenen Alltag treffen zu können. Zur Gesundheitskompetenz gehört bspw. die funktionale Fähigkeit, Beipackzettel von Medikamenten verstehen und richtig einordnen zu können. Eine hohe eigene Gesundheitskompetenz kann demnach zur Gesunderhaltung und zur Erhöhung der Lebensqualität beitragen

Ein Gesundheitsportal ist eine Internetseite, die für Benutzerinnen und Benutzer konzipiert ist, die sich für gesundheitsbezogene Themen interessieren und informieren möchten. Die Themen inkludieren Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung (Klinische Studien) als auch Tipps für eine gesunde Lebensweise. Sie können themenübergreifend sein als auch auf spezielle Krankheiten fokussiert sein uns von unterschiedlichen Trägern, wie Selbsthilfegruppen oder Pharmaunternehmen, angeboten werden.

Dieser Begriff kann als eine Art Oberbegriff für verschiedene technische und organisatorische sowie rechtliche Maßnahmen gelten, die dazu dienen, in Institutionen die betriebliche Nutzung von Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik unter Beachtung des Persönlichkeitsrechts zu ermöglichen und dabei elektronisch gespeicherte Informationen zu schützen. Mögliche Schwachstellen und Bedrohungen sollen auf ein erträgliches Maß reduziert werden, um die Sicherheitsziele der Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von Daten und Informationen sicherstellen zu können.  

Lebensqualität ist ein recht umfassender und facettenreicher Begriff und es ist schwierig, eine allgemeine Definition für diesen zu finden. Grundsätzlich beschreibt die Qualität des Lebens gemeinhin den Grad des Wohlbefindens einer Gruppe oder eines Individuums. Neben der Gesundheit an sich spielen auch Aspekte wie Wohnen, Beruf, soziales Umfeld etc. eine Rolle. Es kann unterschieden werden zwischen allgemeiner und gesundheitsbezogener Lebensqualität, welche auf die physischen, sozialen und emotionalen Dimensionen der Gesundheit fokussiert. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität spielt als Ergebnisparameter in gesundheitsökonomischen Evaluation zunehmend eine wichtige Rolle und wird über verschiedene Erhebungsinstrumente (bspw. den SF-36-Fragebogen) erfasst.

Unter einem Medizinprodukt wird ein Produkt verstanden, welches zu medizinisch-pflegerischen und diagnostischen Zwecken für Menschen verwendet werden. Gemäß der EU-Richtlinie 93/42/EWG fallen unter Medizinprodukte diejenigen Gegenstände oder Stoffe, die seitens des Herstellers zur Anwendung für Menschen und für folgende Zwecke bestimmt sind:

  • Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten
  • Erkennung, Überwachung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen
  • Untersuchung, Ersatz oder Veränderung des anatomischen Aufbaus oder eines physiologischen Vorgangs
  • Empfängnisregelung

Beispiele sind etwa Röntgengeräte, Verbandstoffe, Herzschrittmacher oder auch Softwareprodukte und Apps. Die Hauptwirkung bei Medizinprodukten wird primär auf physikalischem Weg erreicht. In Deutschland regelt das Medizinproduktegesetz (MPG) den Marktzugang und die Nutzung von Medizinprodukten.

Grundsätzlich bezeichnet Mobile Health den Einsatz von mobilen Informations- und Kommunikationstechnologien, bspw. Mobiltelefone, Smartphones, Patientenüberwachungsgeräte, persönliche digitale Assistenten (PDA) und andere drahtlos angebunden Geräte, im Gesundheitswesen. Mobile Health kann dabei als ein Teilbereich von E-Health verstanden werden. Apps bzw. Applikationen sind die entsprechenden mobilen Anwendungen, die das Ziel verfolgen, die Prävention, Diagnostik, Therapie, Pflege und /oder Rehabilitation positiv zu beeinflussen. Differenziert werden können Apps nach Zielgruppe, Zweck, Funktionalitäten und rechtlichen Rahmenbedingungen. Es ist zwischen sog. Gesundheits- und Medizin-Apps zu unterscheiden. Gesundheits-Apps stellen mobile Anwendungen dar, welche vor allem das Ziel verfolgen, das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden zu unterstützen und richten sich vorwiegend an medizinische Laien. Medizinische Apps hingegen fokussieren die medizinischen Kernthemen Diagnostik, Therapie und Prävention von Krankheiten und Verletzungen und adressieren insbesondere Gesundheitsfachkräfte.

Hierunter werden solche Daten und Informationen zusammengefasst, die einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person direkt zugeordnet werden können. Dazu zählen Einzelangaben wie etwa Name, Kreditkartennummer Sozialversicherungsnummer oder auch Kundendaten sowie Personaldaten von Arbeitnehmern.

Primärprävention umfasst alle gesundheitsvorbeugenden Maßnahmen, die sich prinzipiell an alle Menschen richten, jedoch besonders dann effektiv sind, wenn noch keine Erkrankung vorliegt. Durch eine gesunde Lebensweise kann die Entstehung von sogenannten „Volkskrankheiten“ wie Diabetes mellitus Typ II oder Herz-Kreislauferkrankungen verhindert werden. Für eine umfassende Prävention sind jedoch auch Vorsorgeuntersuchungen, wie z.B. Darmspiegelungen ratsam, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Diese Form der rechtzeitigen Identifizierung von Krankheiten ist der sekundären Prävention zu zuordnen.  Der Leistungskatalog der GKV enthält eine Reihe von Früherkennungsmaßnahmen, die Patientinnen und Patienten wahrnehmen können.
Bei Menschen, die z.B. an einer chronischen Krankheit leiden, gilt es, mögliche Risiken und Komplikationen zu verhindern. So sollen bspw. bei Diabetikern Netzhautschäden vermieden werden. Maßnahmen, die zu letzteren zählen, gehören zur tertiären Prävention.

Telemedizin bezeichnet den Einsatz von Telekommunikations- und Informationstechnologien im Rahmen der Erbringung medizinischer Leistungen zur Überwindung einer räumlichen Distanz zwischen Patientin/Patient und Ärztin/ Arzt bzw. einem anderen Gesundheitsfachberuf sowie zwischen mehreren Ärztinnen und Ärzten/ Gesundheitsfachberufen. Unter „medizinischen Leistungen“ werden dabei Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation verstanden. Telemedizin ist ein Teilbereich von „eHealth“ und fokussiert verschiedene Indikationen und Anwendungsarten wie Teletherapie, Telemonitoring und Telekonsil.     

Unter diesem Begriff wird ganz allgemein Gebrauchstauglichkeit oder Nutzerfreundlichkeit verstanden. Nach der Definition der Internationalen Organisation für Standardisierung (ISO 9241) beschreibt die Usability eines Produktes, bspw. einer Soft- oder Hardware, das Ausmaß, in dem es von einem „bestimmten Nutzer verwendet werden kann, um bestimmte Ziele in einem bestimmten Kontext effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen“. Der Begriff fokussiert daher nicht nur auf das einzelne Produkt, sondern vielmehr auf die Interaktion eines Benutzers mit diesem speziellen Produkt in einem bestimmten Kontext. Usability ist daher jeweils im Kontext und in Bezug auf ein individuelles Produkt zu sehen.

Unter Wearbles werden kleine Computersysteme verstanden, die während der Anwendung am Körper oder Kopf der Benutzer/-innen befestigt sind. Typische Einsätze liegen im Fitness-Bereich, um bspw. die tägliche Schrittzahl oder Laufstrecke zu messen und der Nutzerin/dem Nutzer quantifizierbare Aussagen zum eigenen Verhalten geben zu können. Wearables sind meist mit Apps verbunden, um die Auswertungen graphisch anzeigen zu können.