Logo Förderung

Essstörungen

Essstörungen

Generell äußern sich Essstörungen durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper. Dies beinhaltet sowohl die Magersucht als auch das Übergewicht und beeinflusst die Patientinnen und Patienten gesundheitlich, seelisch und sozial. Gerade in den letzten Jahren nimmt die Anzahl der Menschen mit Essstörungen zu. Diese treten unabhängig von Geschlecht und Alter auf und zählen zu den psychosomatischen Erkrankungen.

Laut einer representativen Studie leiden in Deutschland ungefähr 1,5 Prozent der Frauen und 0,5 Prozent der Männer an einer Essstörung. In der Altersgruppe zwischen dem 13. und dem 18. Lebensjahr sind die häufigsten Essstörungen zu finden.

Von den 1,5 Prozent leiden 1,1 Prozent der Frauen an Magersucht, 0,3 Prozent an Bulimie und 0,1 Prozent an der Binge-Eating-Störung. Bei den Männern hingegen leiden 0,3 Prozent an Magersucht, 0,1 Prozent an Bulimie und der Binge-Eating-Störung.

Auslöser sind hierbei häufig emotionale Faktoren, psychischer Stress und Unzufriedenheit mit der eigenen Person. Da es jedoch verschiedene Ausprägungen von Essstörungen gibt, gibt es auch verschiedene Ursachen:

Bulimie: 

  • Missbrauch von Alkohol, Drogen, Nikotin, Medikamenten
  • Autoaggressives Verhalten/ selbstverletzendes Verhalten
  • Übertriebene Geldausgaben, Frustkäufe
  • Soziale Isolation, Karrieredrang, Überanpassung an Gruppe/ Familie

Magersucht: 

  • Erbliche Disposition
  • Mangelndes Selbstwertgefühl
  • Gesellschaftliche Faktoren
  • Mobbing
  • Psychische Traumatisierungen

Adipositas:

  • Überernährung
  • Bewegungsmangel
  • Befriedigungsverhalten
  • Stoffwechselstörung
  • Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Nebenwirkung von Medikamenten 

Binge-Eating-Disorder:

  • Emotionen wie Ärger, Wut, Trauer, Langeweile, Angst oder Stress
  • Zusammenhang zwischen Diäten und der Binge-Eating-Disorder ist noch ungeklärt
  • die Hälfte der Betroffenen leiden unter Depressionen

Das Risiko an einer Essstörungen zu erkranken, wird sowohl durch das Geschlecht sowie durch seelische Erkankungen erhöht. Bei Mädchen und Frauen ist das Risiko doppelt so hoch wie bei Männern. Aber auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Esstörungen treten gerade in den westlichen Industrieländern deutlich häufiger auf, da dort das Schönheitsideal zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko führt. 

Zu Krankheitsbildern, die mit Mangelernährung verbunden sind, gehören die Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa) und die Magersucht (Anorexia nervosa). Die Ess-Brechsucht ist durch Heißhungerattacken, gefolgt von selbstinduziertem Erbrechen gekennzeichnet. Auslöser sind hierbei häufig emotionale Faktoren, psychischer Stress und Unzufriedenheit mit der eigenen Person. Ähnliche Faktoren spielen auch bei der Magersucht eine große Rolle. Hierbei reduzieren die Erkrankten ihre Nahrungsaufnahme auf ein Minimum und nehmen sich trotz ihres Untergewichts als zu dick wahr. Beide Krankheitsbilder haben einen enorm negativen Einfluss auf den Körper.

Die gegenteilige Ausprägung äußert sich durch eine übermäßige Ernährung. Die damit eingeschlossenen Krankheitsbilder werden Adipositas (Übergewicht) und Binge-Eating-Disorder (Esstörung mit Essanfällen) bezeichnet. Adipositas kennzeichnet sich generell durch ein zu hohes Körpergewicht in Relation zur Körpergröße und ist meist eine Folge von wenig körperlicher Anstrengung und übermäßiger Nahrungsaufnahme. Bei der Bing-Eating-Disorder kommt es zu periodischen Heißhungeranfällen, welche sowohl bei übergewichtigen als auch bei normalgewichtigen Personen auftreten kann.

Für die Diagnose ist ein ausführliches Gespräch sehr wichtig. Oft kommen hier strukturierte Fragebögen zum Einsatz. Es existieren auch umfassende essstörungsspezifische Interviews. Häufig wird die familiäre Vorgeschichte sowie die biographische Vorgeschichte erhoben, um mögliche emotionale Vernachlässigung oder Missbrauch in Betracht zu ziehen. Aber auch andere psychische Störungen, wie Depressionen, Substanzmissbrauch oder Angststörungen müssen erfasst werden.

Der Behandlungsverlauf umschließt im ersten Schritt die Kontaktaufnahme durch die Patienten/ den Patienten selbst oder durch Angehörige. Nachdem eine umfangreiche Anamnese durchgeführt worden ist, folgt die Beratung. In dieser wird eine geeignete Therapiemöglichkeit für die Patientin/ den Patienten gesucht. Die Therapie kann sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden. Ambulante Therapiemöglichkeiten sind zum Beispiel die Psychotherapie, die Gruppentherapie und die therapeutische Nachsorge. Stationär kann die Therapie in Kliniken mit integrierten Therapiemöglichkeiten und auch in therapeutische Wohneinrichtungen erfolgen.