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Angststörungen

Angststörungen

Angststörungen können sich durch verschiedene psychische Störungen äußern und sind mit einem übersteigerten Angstempfinden verbunden. Patientinnen und Patienten leiden unter ausgeprägten Angstzuständen und Angstsymptomen, welche das alltäglich Leben stark beeinträchtigen können. Panikstörungen, Phobien, generalisierte Angststörungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen fallen unter diesen Begriff.

Die Angststörung zählt zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Ungefähr jeder vierte Mensch hat einmal in seinem Leben eine Angststörung, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die Entwicklung einer Angststörung findet meist vor dem 45. Lebensjahr statt. Phobien sind zwar die häufigste Ausprägung einer Angststörung, müssen jedoch oft nicht durch eine Psychotherapeutin/ einen Psychotherapeuten behandelt werden.

Ängste haben einen natürlichen Hintergrund und waren vor einiger Zeit lebensnotwendig. Gerade Phobien lassen sich dadurch erklären. Denn die Angst vor gefährlichen Tieren und Situationen diente dem Überleben. Menschen, die keine Angst verspührten, starben aus. 

Allerdings haben Angstzustände mehrere Faktoren, wie neurobiologische, erbliche und psychologische. Bei vielen Erkrankten sind innerhalb der Familie mehre Fälle von Angststörungen bekannt.

Ebenso spielt der neurobiologische Aspekt eine große Rolle, denn die chemischen Prozesse im Gehirn sind der Ursprung von Angstattacken. Grund dafür ist die Ausschüttung oder Einhaltung von Neurotransmittern (Botenstoffe), was die Angstzustände auslösen kann. 

Die psychischen Faktoren kennzeichnen sich oft durch traumatische Kindheitselebnisse oder auch durch langanhaltene stressreiche Belastungen. 

Bestimmte Erfahrungen oder Situationen können Potential für eine Angststörung bieten. Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die bereits psychologische Probleme haben, ist das Risiko erhöht. Belastende Situationen, wie die Trennung der Eltern, der Tod eines Familienmitglieds, sexueller Missbrauch und auch eine schwere psychische Erkrankung innerhalb der Familie stellen Risiken dar. 

Die Symptome sind je nach Angstörung und Alter unterschiedlich. Bei Kindern und Jugendlichen ist beispielsweise eine plötzliche Änderung der Verhaltensweise ohne erkenntliche Ursache als Hinweis zu verstehen. Aber auch erst wenn diese Auffälligkeiten mehrere Tage und Wochen bestehen bleiben. Häufig treten diese phasenweise und situationsabhängig auf.

Auch der Konsum von Suchtstoffen, selbstverletzendes Verhalten oder Suizidabsichten können Hinweise auf eine Angststörung sein. 

Wichtig ist hier vor allem die Unterstützung der Person und die Konsultierung einer Fachkraft (Psychologin/ Psychologe, Psychaterin/ Psychiater, Nervenärztin/ Nervenarzt, Psychotherapeutin/ Psychotherapeut). 

In einem ausführlichen Gespräch mit den Betroffenen wird festgestellt, ob tatsächlich eine krankhafte Angst vorliegt. Auch organische Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Strukturierte Fragebögen werden als diagnostische Hilfmittel eingesetzt. Gerade Verhaltensbeobachtungen sind für die Diagnose sehr wichtig und können auch einen Aufschluss über das Ausmaß der Angststörung geben.

Therapiert wird eine Angststörung durch Selbsthilfe, Verhaltens- oder Psychotherapie und in vielen Fällen auch medikamentös.

Die Selbsthilfe beinhaltet die Konfrontation und die Bewältigung der Angstsituation durch die Patientin/ den Patienten. Nützlich hierzu sind Selbsthilfegruppen und auch körperliche Fitness.

Die Verhaltenstherapie hingegen wird zusammen mit einer Fachkraft (Psychologin/ Psychologe, Psychaterin/ Psychiater, Nervenärztin/ Nervenarzt, Psychotherapeutin/ Psychotherapeut) durchgeführt. Innerhalb der Sitzungen wird über die Angst gesprochen, die Therapie bestimmt und häufig werden die Patientinnen und Patienten dazu angehalten Angsttagebücher zu erstellen.

Die Medikamente dienen den Patientinnen und Patienten dazu, die Angst bereits im Zentralen Nervensystem zu dämpfen, haben jedoch ein hohes Suchtpotential und können die Aufmerksamkeit beeinflussen. Daher sollte diese Methode nur kurzeitig bei starken Angstzuständen angewendet werden.

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